Freitag, 16. Januar 2026

Abbé Pierre holte uns heute um 9.00 Uhr ab, und wir fuhren rund 90 Minuten nach Diourbel. Auf dieser Strecke begegneten uns zahlreiche liegengebliebene Fahrzeuge – wir zählten mindestens 33 Pannen. Besonders auffällig ist, dass sich die schlechtesten Fahrzeuge die Nutzung der Autobahn nicht leisten können und daher auf Nebenstrassen unterwegs sind.

Die 18 neuen Schulzimmer sind zu rund 90 Prozent fertiggestellt; die Eröffnung ist für März geplant. Der Bau macht einen sehr guten Eindruck, und alle Beteiligten zeigen sich zufrieden. Die vier verbleibenden Räume werden künftig als Ambulanzzimmer, zwei Umkleideräume sowie als Bibliothek genutzt.

Ursi fotografierte die Schülerinnen und zeigte ihnen anschliessend die Bilder. Die Mädchen reagierten begeistert, wollten alle Fotos sehen und gerne erhalten. Schnell war Ursi von ihnen umringt, und sie notierte eine Telefonnummer, um die Bilder später zusenden zu können. Ein besonders mutiges Mädchen berührte neugierig meine weissen Haare und wollte wissen, wie diese entstehen.

Auf der Weiterfahrt wurden wir in eine Polizeikontrolle verwickelt. Als der Polizist bemerkte, dass ein Priester mit uns unterwegs war, bat er ihn um den Segen. Dieser wurde gerne erteilt, und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.

Pierre brachte uns anschliessend in ein staatliches Spital, das vor allem von ärmeren Menschen genutzt wird. Der Zustand der Einrichtung war erschütternd und verdeutlichte die schwierigen gesundheitlichen Rahmenbedingungen vor Ort.

An der katholischen Universität UCAO beträgt das monatliche Schulgeld rund 86 Euro, bei einem durchschnittlichen Einkommen von etwa 125 Euro. Für die meisten Familien ist ein Studium daher kaum finanzierbar.

Zum Abschluss besuchten wir mit Pierre ein grösseres Grundstück im Bezirk Fayou in Thiès, auf dem der Bau eines Colleges mit 16 Klassenzimmern für rund 800 Schülerinnen und Schüler geplant ist.

Die vielen Eindrücke dieses Tages haben uns einmal mehr tief bewegt.